Happy Birthday an den Drachenmond Verlag – und ein paar nachdenkliche Worte zum Erstverlag …

Happy Birthday an den Drachenmond Verlag – und ein paar nachdenkliche Worte zum Erstverlag …

Die Autorin lehnt nachdenklich auf einem Bücherstapel

Als Jungautor würde man seine Seele verkaufen, um sein Buch in einem ersten Verlag unterzubringen.

So viel Herzblut, Vorstellungskraft, Tränen und (Tipp)schweiß hat es gekostet, die hunderten Seiten zu tippen und seine Geschichte zu einem Ende zu bringen.

Das finale „Ja!“ ist mehr als nur eine geschäftliche Absprache. Es ist das, worauf man so lange hingearbeitet hat. Endlich verstauben die Skripte nicht einfach nur in der Schublade – man bekommt von außen den Zuspruch, dass deine Geschichte es wert ist, in sie zu investieren, sie liebevoll zu bearbeiten, herzurichten, zu drucken und in die Welt zu entlassen.

Autor*innen fiebern auf diese Erstveröffentlichung hin, basteln Goodies, fahren auf die Buchmesse, machen Werbung, verkleiden sich, schießen Videos, träumen und hoffen das Beste – nämlich den besten Start für sein erstes Baby, das in die Welt entlassen wird und hoffentlich flügelschlagend abheben wird. Es ist eine sensible, aufregende Zeit bis zu dem Moment, wo plötzlich die Webportale von „vorbestellbar“ auf „lagernd“ switchen und man zitternd das erste echte Buch aus dem Karton löst, um vorsichtig über den Einband zu streichen.

Umso schlimmer ist es, wenn der erste Partner sich als nicht vertrauenswürdig herausstellt.

Die Sache mit dem #Phantorion-Verlag ist dafür beispielgebend. Gerade noch Mitarbeiter*innen und Autor*innen auf der Buchmesse auftreten lassen – nun die niederschmetternde Nachricht, dass der Verlag geschlossen wird, bevor er überhaupt richtig angefangen hat.

Es ist bitter. Klar, das Verlagswesen ist ein Geschäft wie jedes andere, aber hier hat kein Verlag hart über Jahre gekämpft und gestruggelt – hier wurde einfach mit Träumen gespielt und mit dem Absatz zertrümmert. Ich mag mir nicht ausmalen, wie es den Autor*innen und Mitarbeiter*innen geht.

Das zeigt wieder mal, wie wichtig – und schwierig – es ist, den richtigen Partner für seine Bücher zu finden.

Und ich bin in der unglaublich glücklichen, privilegierten Situation, mit einem tollen Verlag in dieses Abenteuer Buchwelt gestartet sein zu dürfen – dem Drachenmond Verlag, der jetzt sein 30-jähriges Jubiläum feiern durfte. Mittlerweile bin ich 15 Jahre mit dabei (OMG bin ich alt), und ich habe Verlag, Team und vor allem Verlegerin Astrid mit der Zeit noch mehr schätzen gelernt. Weil Autor*innen hier nicht einfach unter die Räder geschmissen werden. Weil meine Bücher hier länger ein zu Hause bekommen haben, als es in anderen Verlagen der Fall gewesen wäre. Weil das Bewusstsein da ist, dass diese Geschichten nicht einfach nur Produkte sind wie eine Packung Toastbrot – sondern Träume, die von den Schreibenden zu den Lesenden wandern. Weil ich eine Chance auf wunderschöne Neuauflagen bekommen habe, an Geschichten geglaubt wurden, die nicht neu sind oder gerade super in. Weil sich das Team jedes Mal herzlich freut, wenn man auf einer Veranstaltung auftaucht. Weil sie ein offenes Ohr haben, wenn es mal um Persönliches geht oder auch Finanzielles. Weil man weiß – erscheint hier ein Buch, erhält man nicht einfach nur ein Heftchen, das irgendeine Marketingabteilung für markttauglich hält, sondern ein wunderschönes Buch, das auch einem selbst gefällt.

Autorin lächelnd auf dem Bücherstapel, der beim Drachenmond Verlag erschienen ist.

Ich bin in der privilegierten Situation, einen Erstverlag gefunden zu haben, bei dem ich auch morgen mein nächstes Coverreveal haben werde.

Nach 15 Jahren – wieder. 30 Jahre ist der Drachenmond, und 15 bin jetzt ich mit dabei. Die Hälfte also. Und auch wenn es sicher nicht immer einfach war mit schwankenden Verkaufszahlen, schrumpfender Leser*innenschaft, Risiken und Corona, an einem hat Astrid nie gezweifelt: ihren Autor*innen und deren Geschichten.

Ein herzliches DANKE dafür.

 

Eure Katharina