NOVEMBER: Lockdown, Samhain, Nebel, und die Rückkehr ins “Innere”… Und die Frage, wie konsumiere ich eigentlich?

Wie bei @lomo_sapiens gelesen, soll Samhain eigentlich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Man bedankt sich für die gute Ernte, alles kehrt sich nach innen. Ich finde, dazu passt es gut, sich auch ein paar Gedanken zu sich selbst zu machen. Die nächste Zeit werden wir ja alle – sowohl Deutschland als auch Österreich hat den Lockdown verschärft – wieder viel Zeit in unseren eigenen vier Wänden verbringen, es sei denn, du hast Glück und lebst etwas außerhalb mit einem großen Hof. Heute ist in Österreich der typische Tag, wo man den Friedhof besucht, um seinen Verstorbenen zu gedenken. Also herrscht für mich eine sehr nachdenkliche Stimmung, passend zum weichen Nebel, der Baden einhüllt, und den Krähen, die krächzend über den Balkon hinweg ziehen.
Dazu möchte ich einen Gedankenanstoß liefern:

Was brauche ich eigentlich?

Viele von uns sind jetzt vielleicht in der Situation, dass wir sparen müssen. Dazu habe ich mich hin gesetzt und über mein Konsumverhalten reflektiert. In meiner Zeit zu Hause bin ich drauf gekommen, dass ich eigentlich viel weniger kaufe als sonst. Bereits im letzten Jahr habe ich mich dabei beobachtet, nachdem ich im Frühjahr ausgemistet habe, und bin draufgekommen:
ICH KAUFE OFTMALS ALS BELOHNUNGSSYSTEM, WENN ES MIR SCHLECHT GEHT.
Ein stressiger Tag in der Arbeit? Neue Kleider bestellen. Jetzt brauche ich aber ein wirklich tolles Essen. Keinen Bock mehr zu kochen, zum dritten Mal bestellen. Hatte so eine stressige Woche, jetzt brauch ich mal eine Belohnung, auf die ich mich freuen kann.
Ein neues Pyjama, die zweihundertste Bettwäsche, irgendein Küchengerät, das ich gar nicht brauche. Aber alles soll machen, dass ich mich kurzfristig etwas glücklicher, wohler fühle, oder mir meine Arbeit neben der Arbeit verkürzen (so kam ich zu einem Akku-Staubsauger, so ein Blödsinn!).
Ich kaufte Dinge nicht, weil ich sie brauche, sondern um mich besser zu fühlen. Ich war den Stress einfach so gewöhnt, er war ein Teil von mir, ich merkte gar nicht mehr, dass es anders geht (denn jeder von uns muss ja arbeiten und Geld verdienen). Also habe ich mir das positive Gefühl anders gesucht.
Ich versuche jetzt bewusst zu überlegen, wenn ich konsumiere. Brauche ich das? Oder soll es mich nur belohnen? Klar, es ist auch mal nett, sich klein zu belohnen. Mit einer guten Tafel Schokolade zum Beispiel. Aber es ist eigentlich nicht der Sinn des Lebens, arbeiten zu gehen, gestresst zu sein, und dann das erarbeitete Geld für kurzfristige Erleichterungen auszugeben, um dann wieder arbeiten gehen zu müssen. Wirtschaftlich gesehen ist das natürlich das Beste, was die Wirtschaft ankurbelt. Aber für uns Individuen, muss es da nicht etwas Besseres geben? Einen Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit sowie sozialem Leben? Den Raum, sich ohne ständigem Zeitdruck zu entfalten? Ohne wie eine Maschine ständig funktionieren zu müssen?
Ich bin am Weg, genau das herauszufinden. Vielleicht kann ich euch mit dem einen oder anderen Gedanken selbst zum Nachdenken anregen, denn es wäre doch schön, wenn wir uns alle gut und wohl fühlen!
Alles Liebe, eure Katharina

About The Author

Leave Comment